Die Talsperren im Harz waren schnell bis zum Rand gefüllt und unsere regionalen Flüsse wie Oker, Aller oder Schunter hatten Hochwasser. Innerhalb von Tagen standen ganze Landstriche unter Wasser.

So hieß es dann auch zum Nachmittag des ersten Weihnachtstages „Einsatz für die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Helmstedt – Unterstützung bei der Bekämpfung des Hochwassers im Raum Wolfenbüttel“.

Die Feuerwehr Emmerstedt berichtete schon öfters über die Sondereinheiten der Kreisfeuerwehrbereitschaft. Emmerstedt ist hier mit einem Fahrzeug sowie einigen Feuerwehrangehörigen im Fachzug Wassertransport eingebunden. Der Wassertransport war nun natürlich nicht erforderlich, aber die Kräfte der einzelnen Sondereinheiten sind vielseitig einsetzbar. Ob bei Hochwasser oder sonstigen Großschadenslagen wie Wald- und Flächenbränden. In erster Linie zählt der organisatorische Aufbau dieser Einheiten. Zusammen mit der Verpflegungsgruppe und einer mobilen technischen Einsatzleitung kann die Bereitschaft mit weit über 100 Einsatzkräften innerhalb kürzester Zeit regional oder überregional eingesetzt werden und eigenständig Hilfe leisten. Auch eine eventuell notwendige eigenständige Versorgung wäre für eine geraume Zeit gewährleistet. Die heimischen Rettungskräfte sind üblicherweise schon am Ende ihrer Kräfte und sind daher froh über eine selbständig agierende Ablösung.

Der Einsatzort hieß nun Wolfenbüttel. Aufgrund der relativ kurzen Anfahrt war „nur“ ein 24-Stunden-Einsatz geplant. Die Bereitschaften der umliegenden Landkreise lösten sich entsprechend ab und größere organisatorische Maßnahmen zur Einrichtung von Übernachtungsmöglichkeiten wurden so vermieden. Es galt, im Stadtgebiet von Wolfenbüttel die Böschungen und Deichanlagen der Oker zu sichern und mittels Sandsäcken die Wälle zu erhöhen. Nur so konnten die dahinter liegenden Wohngebiete mit einem Seniorenheim vor den Fluten der Oker gesichert werden. Die ganze Nacht wurde durchgearbeitet und es dauerte nicht lange, da kam auch schon das Wasser der Oker an den Rand des neu geschaffenen Sandsack-Walles. Traurigerweise wurden diese geschaffenen Wälle leider wieder mutwillig zerstört, weil Unbekannte Sandsäcke entwendeten und vermutlich selber benötigten. Durch Kontrollen der Einsatzkräfte die ganze Nacht hindurch konnten diese Beschädigungen schnell erkannt und repariert werden.

Für die Kreisfeuerwehrbereitschaft des Landkreises Helmstedt, die aufgrund von Umstrukturierungen innerhalb der Feuerwehr in den 90er Jahren eingerichtet wurde, war es nun schon der vierte größere Einsatz zur Bekämpfung von Hochwasser. Im Jahr 2002 bekämpfte sie das Elbe-Hochwasser in Wörlitz (Sachsen-Anhalt), 2013 in Magdeburg und 2017 in Goslar an der Oker. Stets handelte es sich um mehrtägige Einsätze, bei denen auch Kräfte aus Emmerstedt vertreten waren. Stets war auch der Dank der heimischen Bevölkerung in den Einsatzgebieten zu spüren.

Torsten Magerhans

 

  

 Die Kreisfeuerwehrbereitschaft kurz vor Abfahrt nach Wolfenbüttel

 

Die Oker im Stadtgebiet von Wolfenbüttel

 

Die Einsatzkräfte errichten einen Sandsack-Wall zur Erhöhung der Deichanlagen

 

Zu später Stunde. Gut zu erkennen, dass das Wasser der Oker den neu errichteten Wall erreicht